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SCHMERZTHERAPIEZENTRUM Schönbornstr.10 Tel.:
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Erfahrung schon seit 1983
STEISSBEINSCHMERZEN
chronische Steißbeinschmerzen,
Steißbeinneuralgie
Zunächst eine
gute Nachricht für alle Schmerzpatienten
Das Bundesministerium für Gesundheit teilt auf seiner Web-Seite
mit, dass alle gesetzlich Krankenversicherte mittlerweile einen
Rechtsanspruch auf eine Rehabilitation haben und sich ihre REHA-Klink sogar selbst aussuchen dürfen.
Manche Autoren bezeichnen Steißbeinschmerzen auch als Steißbeinneuralgie, was aber nicht ganz korrekt ist, denn unter einer Neuralgie versteht man anfallsartig auftretende Schmerzen.
Das
Ste ißbein bildet
das untere Ende der
Wirbelsäule. Es besteht aus aus einer Synostose (=
knöcherne Verschmelzung) von drei bis fünf
verkümmerten Wirbeln.
Entwicklungsgeschichtlich handelt es sich beim Ste ißbein um den rückgebildeten
körpernahen Teil des Schwanzskeletts.
Eine Erkrankung des Stei ßbeins kommt häufiger bei Frauen als bei Männern vor. Häufig bestehen Steißbeinschmerzen über Jahre hinweg und werden leicht chronisch.
Die rektale
(= durch den Endarm
durchgeführte)
Untersuchung zeigt am
Stei ß
eine örtliche Schmerzempfindlichkeit, selten eine deutliche
Hypermobilität (= gesteigerte
Beweglichkeit).
Eine operative
Entfernung des
Ste
ißbeins wird zwar häufiger empfohlen, ist aber nur in seltensten Fällen notwendig.
Steißbeinschmerzen treten vor allem beim Sitzen auf und können verschiedene Ursachen haben:
Oft wird eine Verletzung angegeben, meist in Form einer Prellung beim Sturz aufs Gesäß, was nicht selten zu einer chronischen Knochenhautentzündung führt
Steißbeinschmerzen können bei Frauen auch nach einer schweren Entbindung auftreten.
Als weitere (seltene) Ursache für Steißbeinschmerzen wären Neuralgien (= attackenförmige Nervenschmerzen) des Plexus sacralis (= Nervengeflecht am Kreuzbein) und des Plexus coccygeus (= Nervengeflecht im Bereich des unteren Kreuzbeines und Steißbeines) zu nennen.
Auch eine chronische Obstipation (= Stuhlverstopfung) kann Steißbeinschmerzen verursachen.
Des weiteren kommt eine untere Sakralisation (= Verschmelzung des Kreuzbeins mit dem 1. Ste ißbeinwirbel) als Schmerzursache in Frage, wobei dann zusätzlich Kreuzbeinschmerzen bestehen.
Schließlich können noch Tendopathien (= Irritationen / Störungen im Bereich von Muskelansätzen bzw. Sehnen am Knochen) zu Steißbeinschmerzen führen.
Die genannten Ursachen führen i.d.R. zu einer unspezifischen Knochenhautentzündung (Periostitis) des Steißbeins, nicht selten auch in Kombination mit dem Knochengewebe (Ostitis bzw. Osteitis).
Nicht sel ten verbleiben t rotz einer kausalen (= auf die Ursache gerichteten) fachärzt lichen Behandlung weiterhin Steißbeinschmerzen, so daß dan n sch merz therapeutische Behandlungs methoden gefragt sind. Oft sind d iese bei verschiedenen Grund krankheiten bzw. Schmerzkrankheiten die g leichen, da sie sich nach den Schmerzen und d eren Ausdehnung und nich t mehr vorrangig nach der Ursache rich ten. Länger bestehende Steißbeinschmerzen er fordern praktisch immer eine Kom bination von verschiedenen Therapie verfahren, die i.d.R. nur in spezialisierte Zen tren (Schmerzklinik) angeboten werden kön nen. Auch bei Steißbeinschmerzen sind dies:
Ad 2: Sollten Steißbe inschmerzen anfallsartig auftreten, also im Sinne einer echten Neuralgie (was aber sehr selten ist) so sind Mittel der 1. Wahl Gabapentin oder Pregabalin. 2.Wahl: Carbamazepin
Ad 3: Zur
Behandlung von Steißbeinschmerzen hat sich die
therapeutische Lokalanästhesie mit einem lang wirkenden
örtlichen
Betäubungsmittel sehr bewährt.
Die unteren sakralen
(= dem Kreuzbein entstammenden)
Nervenwurzeln
((4)+5)
bilden zusammen mit den ebenfalls paarigen Nervenwurzeln (1-3) des
Ste
ißbeins
den sog. Plexus coccygeus
(= Nervengeflecht des Steißbeins).
Zur Therapie werden deshalb dicht neben dem unteren
Kreuz
- und
Ste
ißbein
engmaschig
wiederholte großzügige Infiltrationen mit dem örtlichen Betäubungsmittel
durchgeführt. Ein Kontakt der Kanülenspitze mit den
Knochen ist dabei zu
vermeiden, weil dies sehr schmerzhaft sein kann.
Falls diese Maßnahme nicht ausreicht bieten sich zur
Behandlung von Steißbeinschmerzen engmaschig wiederholte Sakra
lblockaden (Kaudal-B lockaden) an. Dabei handelt es sich um eine sog. rückenmarknahe Betäubung, die über einen
kleinen Spalt im Kreuzbein (Sakralkanal) durchgeführt wird. I
n
hartnäckigen Fäl
len kann diese Betäu
bung auch kontinuierlich m
it einem
eingepflanz
ten Kunststoffschlauch (Katheter *) er
folgen, sofe
rn
dieser wegen de
r der Gefahr einer In
fektion (= Eindringen von Mikro
organismen wie z.B. Bakterien)
(Nähe zum
En
ddarm!)
seitlich unter der Hau
t mittels
einer Un
tertu
nnelung weggeführ
t wird. Statt mit einem örtl
ichen Betäubungsmittel
kan n die rückenmark
nahe Blockade / Betäubung auch mit einer verdünn
ten
Morph
in-Lösung durchgeführt werden, al
lerdings ist dabei die of
t zu
beobachtende, über die Behand
lungszeit hinaus anhaltende Wirkung deu
tlich
weniger ausgepräg
t.
Schließlich, in ganz har
tnäckigen und sehr schmerzhaften Fäl
len, wird man
sich zu einer kon
tinuierlichen, l
umbalen (= den
Lendenbereich betreffenden) epiduralen
(= rückenmarknahen)
Blockade mit Katheter entschl
ießen. Diese Methode hat gegenüber der
oben beschriebenen, kon
tinuierlichen kaudalen Blockade den Vorteil, daß der
eingepf
lanzte Katheter länger im Körper bel
assen werden kann, da das Risiko
einer Infek
tion (= Eindringen von Mikro
organismen wie
z.B. Bakterien) hier geringer
ist.
Dass die schmerzl indernde Wirkung i.d.R. über die eigentliche Behand lungszeit hinaus anhält, ist u.a. darauf zurückzuführen, daß bei dieser Blockadebehand lung auch die sog. vegetativen Nerven betroffen sind (Sympathikolyse), woraus im behandel ten Körperbereich eine sehr deutliche Durch blutungssteigerung resultiert. Dies ist der Grun d, warum diese Behand lungsmethode besonders bei Sch merzen, die durch entzündl iche oder auch degene rative (= abnutzungsbedingte) Prozesse en tstanden sind, hilfreich ist. G leiches gilt für auch Sch merzen im Rahmen einer Nerven erkrankung, da eine verbesserte Durch blutung auch den Nervenzell stoffwechsel optimier t. Nach neueren Erkenntn issen vermag eine solche intensive Blockade behandlung auch das sog. Sch merzgedächtnis zu löschen.
Wie oben schon ausgeführt liegt Steißbeinschmerzen meist eine en tzündliche Reaktion der Knochenhaut zugrunde. Unter optimalen Durchblutungs bedingungen heilt diese sicher aus. Daß Lokalanästhetika (örtl iche Betäubungsmittel) auch en tzündungshemmend wirken, is t zwischenzeitlich wissenschaftl ich erwiesen. Wenn Sie meh r darüber erfahren wollen, so klic ken Sie hier.
* Bei der sog. kontinuierl ichen Blockade mit Kathete r wird ein dünner Kun ststoffschlauch vorü bergehend (z.B. eine Woche lang) dich t an Nervengeflechte bzw. den be troffenen Nerven eingepflanz t. Die Einpflanzung erfolg t durch eine handelsübl iche Kanüle hindurch, es m uß also nich t „aufgeschnitten“ werden. I n der Folge w ird über diesen Katheter mehr mals täglich, j eweils nach Abk lingen der vorangegangenen Dosis, das ört liche Betäubungsmittel völ lig schmerzlos nachgespritz t. In best immten Fällen kan n zur Verabreichung des ört lichen Betäubungsmittel d urch den Katheter hin durch auch eine k leine Pumpe angesch lossen werden.
Bei län ger bestehenden Steißbeinschmerzen sin d hypnoide (= bewußtseins verändernde) Verfahren wie au togenes Training oder prog ressive Relaxation nach Jakobson eine sin nvolle Ergänzung der Gesam tstrategie. Bestehen die Steißbeinschmerzen l ängerfristig, ist im Rah men einer psychologischen Begleitbehand lung auch ein Schmerzbewältigungstraining sinn voll.
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